Und Benzin wird doch schlecht

Als Einheit des Katastrophenschutzes gehören das Einlagern von Treibstoffen, das Finden von Bezugsmöglichkeiten von Treibstoffen bei Stromausfall sowie vieles andere auch zu unseren Aufgabenbereichen. Bei der Suche nach Klein-Stromgeneratoren für unsere portablen Notfallrelais mussten wir allerdings Lehrgeld zahlen. Gebrauchte Kleingeneratoren mit dem Hinweis, „liefen bis vor einem Jahr tadellos, dann eingelagert“, entpuppten sich als Totalschaden – wegen altem Benzin.

Da ich diese Problematik überhaupt nicht kannte; obwohl dienstlich etwa 1000 l Treibstoffe gelagert werden, ließ ich mir das von einem Vertragshändler bzw. Werkstatt genau erklären und informierte mich u.a. auf den Webseiten der Treibstoffhersteller über das Thema. Dabei stellte ich fest, dass Benzin für mehrere Monate stabil ist. Danach zerfällt es langsam. Auch seine Wirkung lässt nach.

Manch einer kennt das Problem vom Generator, der Kettensäge, dem Außenborder oder anderen Geräten. Je länger das Benzin im Tank ist, umso mehr wird es „bösartig“ und zerstört die Dichtungen bzw. die Vergaser.

Bei einem Ex-Militärstromgenerator, den wir geschenkt bekamen, war das


Das 125 ml Additiv des Motorenherstellers B&S
soll vor Schäden durch Benzin schützen

auch das Hauptproblem. Der Tank stark versaut, der Benzinhahn absolut dicht, die Kraftstoffleitung und das Benzinfilter verstopft. Nach Austausch der Komponenten und Betankung mit neuem Kraftstoff lief der Generator nach etwa fünf Minuten wieder einwandfrei unter voller Last.

Die beiden Klein-Generatoren waren nicht zu retten. Dort waren die Vergaser zerfressen. Bei einem waren die Ventile verklebt und der Tank sowie die Spritleitungen ebenfalls völlig kaputt. Hinzu kam ein unbekannter Gestank.

„So riecht altes Benzin“, sagte mir der Mitarbeiter, für den dieser Fall nichts Besonderes war, „im Frühjahr kommen die Rasenmäher und Kantenschneider, im Sommer die Kettensägen und Generatoren mit diesem Problem zu uns in die Werkstatt“.

Aber da die Probleme bekannt sind, gibt es natürlich auch Abhilfe, so genannte Additive. Also Zusätze die dem Benzin beigemischt werden. So reichen 125 ml eines Additivs, um 40 l Benzin für zwei Jahre haltbar zu machen. Allerdings geht es nur bei frischem Benzin, und diese Mischung muss auch den Vergaser einmal durchflutet haben. Profis für Langzeitlagerung entleeren das gesamte Kraftstoffsystem, füllen durch das Zündkerzenloch etwas Motoröl ein und lassen dann den Kolben einige Male rauf und runter fahren. Damit wird Rost an den Laufbuchsen verhindert.

Letztendlich hat unsere Notfunkgruppe auch in diesem Bereich vieles gelernt. Als Konsequenz werden unsere Generatoren jetzt nach dem Betrieb geleert und mit neuem Benzin plus Additiv für 15 Minuten in Betrieb genommen und danach für den nächsten Einsatz bzw. Fieldday eingelagert. Kraftstoff wird zudem nur noch in Kunststoffbehältern aufbewahrt, ebenfalls mit Additiv versehen und immer zum Wechsel von
Sommer- auf Wintertreibstoff (gilt für Benzin und Diesel!) im PKW verfahren und somit ausgetauscht.

 

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