Überspannungsschutz - nicht nur für Antennenanlagen

Nicht nur, um unseren Partnern die Vorgaben zu erfüllen, sondern auch um dem technischen Stand genüge zu leisten und um dem Titel „Notfunk“ auch wirklich gerecht zu werden, mussten wir uns als Katastrophen–Schutzeinheit-Notfunk auch mit dem Thema Blitzschutz und Überspannungsschutz auseinander setzen.

Nicht unbedingt die Stärken von uns Funkamateuren, aber viele von uns haben diese Problematik mal gelernt. So auch ich in meiner Lehrzeit und auch anschließend in der Meisterschule.
Vorgabe durch einen beteiligten Partner war ein „Funkkoffer“, der nicht nur HF-dicht, sondern auch noch Blitzgeschützt und EMP-fest ist. Durch den Partner wurde uns auch der passende Funkkoffer benannt, der die meisten der erforderlichen Anschlüsse auch bereits eingebaut hatte. Der Umbau konnte also beginnen. Allerdings verfügte der Koffer lediglich über 4 N-Koaxanschlüsse, die entsprechend geschützt waren. Gebraucht wurden aber wesentlich mehr, da mehrere Arbeitsplätze eingerichtet werden mussten. So wurde also in einem Blinddeckel die Überspannungsableiter von Huber & Suhner eingebaut, die auch bereits seitens der Grundausstattung montiert waren.

Um dem Rundum-HF-Schutz nicht zu zerstören, durfte die Blindplatte nicht demontiert werden (HF-Dichtungen). Die Protektoren wurden entsprechend versetzt montiert und ordnungsgemäß mit der Masse verbunden. Die mittels N-Winkelstecker im Inneren des Koffers verlegten Koaxkabel sind natürlich doppelt abgeschirmt und haben eine geringe Dämpfung. Zu jedem Arbeitsplatz gehen 2 Koaxkabel, jeweils mit einem PL-Stecker für Kurzwelle im unteren Arbeitsbereich, ein Kabel mit N-Stecker für die höheren Frequenzen im oberen Teil des Arbeitsplatzes.

Da kam dann ein Problem auf uns zu, denn die Protektoren sind nicht grade preiswert. Also gebrauchte gekauft. Allerdings stellte sich hier die Frage, ob die Funktion gewährleistet ist. Also mit dem Aufbau dieser Geräte beschäftigt und nach Testmöglichkeiten gesucht. Da der Funkkoffer Blitzschutz- und Überspannungs-Ableiter für alle Anschlüsse (Netz, 12V, Rotore, Telefon, Feldtelefon usw.) hat, war sowieso der regelmäßige Nachweis über die Funktionsfähigkeit der Ableiter erforderlich. Es wurden entsprechende Prüfgeräte für die leider verschiedenen Ableiterarten beschafft. Nach der Überprüfung der Testgeräte konnte der Test der Ableiter beginnen. Bei den durch uns verwendeten Ableitern ist eine Maximale HF-Leistung von etwa 100Watt möglich.  Der Ableiter hat Gaspillen mit 230Volt eingebaut. Allerdings waren diese Gedanken überflüssig, da das verwendete Messgerät automatisch die Auslösespannung anzeigte. Also wurden alle HF-Ableiter bei nicht angeschlossenen Filtern/Funkgeräten getestet und das Ergebnis ins Prüfbuch eingetragen.

Eine weitere Sammelbestellung beim gleichen Lieferanten wurde dann ebenfalls erfolgreich durchgeführt.
Die Wirkungsweise ist eigentlich absolut simpel: Überspannung auf dem Abschirmgeflecht wird direkt am Funkkoffer bedingt durch den Erdanschluss und Erdstab in die Erde abgeleitet und somit neutralisiert. Spannung, die auf der Seele des Koaxkabels transportiert wird, wird in einem Gasableiter innerhalb von etwa 50 – 350 μS gegen Masse abgeleitet, somit wird also ein Schaden vom Funkgerät ferngehalten. Allerdings muss der Strom, der unter Umständen gegen Masse fließen kann, auch abgeleitet werden! Somit ist auf eine angemessene Erdleitung zu achten.

Gleicher Aufbau gilt auch für die Hausinstallation. Dort sind alle Antennenleitungen – genau so wie bei unserem Funkkoffer - , über entsprechende Überspannungsableiter zu führen, um Euren Schutz und den der angeschlossenen Geräte zu gewährleisten, auch bzw. insbesondere bei Sonnenstürmen! Das gilt für die Antennenleitungen genau so wie für den Kabelanschluss bzw. die Satellitenanschlüsse, jeweils dort, wo sie ins Haus kommen. Denn selten erleben wir einen direkten Blitzeinschlag, aber sehr oft kommt die Überspannung z.B. über den Kabelanschluss bzw. den Telefonanschluss ins Haus. Und zerstört dann viele unserer Geräte. Also ist der Schutz dieser von außen kommenden Anschlüsse verstärkt zu machen, noch bevor uns die Sonne mit ihren Aktivitäten einen Strich durch die Rechnung macht.

Allerdings hat jeder Anschluss einen anderen „Protektor“ zur Folge. Das Angebot an gebrauchten Geräten ist immens. Nicht mehr aktuelle Ableiter namhafter Hersteller oder ausgebaute Geräte werden in den Internetbörsen teilweise für wenig Geld angeboten. Mittels einem geeigneten Prüfgerät oder aber einem Hochspannungsnetzteil ist die Wirkung der Geräte recht einfach zu überprüfen. Üblicherweise werden bei einem geringen Messstrom die Gasableiter oder aber auch eingebaute Schutzdioden nicht beschädigt!

Auf einen guten Erdanschluss aller Ableiter ist zu achten! Auch der Querschnitt und die Art der Kabelverlegung sollte beachtet werden, denn wir wollen ja ewig leben!

 

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