Amateurfunk

Grundvoraussetzung ist die behördliche Prüfung zum Funkamateur. Eine Prüfung in den Bereichen Technik, Betriebstechnik, Gesetzeskunde muss bestanden werden.
Im Gegensatz zu Feuerwehr/-Polizeifahrzeugen, Schiffen, Flugzeugen, Bussen wird nicht die Funkstation genehmigt und benannt, sondern ein nur einmal vorkommendes staatliches Rufzeichen wird dem Funkamateur zugeteilt. Ähnlich wie bei den Flugzeugen (Kennung auf den Tragflächen) ist der erste Buchstabe dieses Rufzeichens in Deutschland ein D, gefolgt von einem weiteren Buchstaben. (Nicht nur in den USA wird dieses Rufzeichen auch für das eigene Auto auf Wunsch als Kennzeichen vergeben).
Danach darf man dann auf den zugelassenen Frequenzen mit der zulässigen Sendeleistung Funkbetrieb machen.
Je nach „Funkort“ wird ein „M“ für Mobilbetrieb, oder ein „P“ für Portabelbetrieb angehängt. Bei Auslandsaufenthalten werden -je nach Gesetzeslage- die Erkennungsbuchstaben des Gastlandes vorne angestellt oder hinten angehängt, also z.B. DC 3 JZ / LX / P, also ein deutscher Funkamateur in Luxemburg portabel unterwegs.
Bedingt durch die verschärften Gesetze zum Schutz vor elektromagnetischen Strahlen muss vor der Inbetriebnahme die Antennenanlage und die Funkanlage durch den Gesetzgeber genehmigt werden.

Hatte alles mit der „digitalen“ Technik (Morsen) angefangen, so kam dann die Sprachübertragung dazu.  SSTV ( Slow-Scan-TV), also Fernsehübertragung mit wechselnden Stand-Bildern im etwa 20 Sekunden-Rhythmus gibt es auch schon seit den 50ern. Gleiches gilt für RTTY (Funkfernschreiben). Amateurfunkfernsehen, Packet Radio und weitere digitale Betriebsarten wurden entwickelt. Heute gibt es eine Vielzahl an digitalen Betriebsarten, die von Funkamateuren entwickelt wurden und jetzt der Allgemeinheit dienen. Auch das Frequenzsprungverfahren der heutigen Handytechnologie wurde von einer Funkamateurin mit entwickelt.

Oder aber der Weltraum. Dort kreisen etwa 50 selbstgebaute Amateurfunk-Satelliten umher, die ersten schon seit den  60er Jahren! Viele sind nicht mehr funktionsfähig, sie wurden zum Absturz gebracht und ersetzt.
Auch die MIR und die ISS sind grundsätzlich mit Funkamateuren besetzt.  Thomas Reiter, Ulf Merbold, Reinhard Furrer, um nur einige Deutsche zu nennen, sind allesamt staatlich geprüfte Funkamateure! An vielen Schulen finden im Physikunterricht immer wieder Funkkontakte zur ISS statt.
Auch werden gerne in den höheren Frequenzbereichen, die nicht in der Ionosphäre reflektiert werden, der Mond oder ein anderer Planet als Reflektor (Spiegel) verwendet, um z.B. eine Funkverbindung im UKW-Bereich in die USA herzustellen.  Diese Verbindungen bleiben immer nur kurze Zeit bestehen, da sich die Erde dreht.

Auch bei der Stellenausschreibung von einigen Firmen werden entweder Ingenieure oder aber Funkamateure gesucht. So haben wir in NRW einige Firmen, die mehrere Funkamateure ohne Berufsausbildung beschäftigt haben. Eine der dafür bekanntesten Firmen ist Nokia in Finnland. Aber auch Motorola, Marconi, Rohde und Schwarz haben in ihren Hochfrequenz-Laboren Ingenieure und Funkamateure Schulter an Schulter arbeiten.

Es ist also ein sehr vielschichtiges interessantes Hobby, das „leise“ zu Hause ausgeübt wird. Zum Erfahrungsaustausch trifft  man sich dann auf dem Band oder aber beim Vereinsabend in einem Vereinslokal.

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