Liebe Bürger in NRW

es ist äußerst schwer, eine Information für Sie zu schreiben. Denn die Zusammenhänge sind recht kompliziert.
Deshalb versuche ich, es in einzelnen Stücken rüber zu bringen. Sollten Sie Fragen oder bessere Erklärungen haben, lassen Sie es mich wissen und ich werde versuchen, dieses dann zu berücksichtigen.
In Zeiten des Internet und der Handys ist es schwer, Verständnis für den Funk zu finden. Trotz der massiven Ausfälle der Handynetze. Aber da trifft es ja immer nur den Nachbarn, und der kann ja bei Ihnen um Hilfe bitten.
Nur was ist bei einem Stromausfall? Telefone funktionieren nur noch die „Alten“, Internettelefone stellen ihren Dienst ein. Auch die Handys werden in etwa 24 Stunden ihre Funktion beenden, denn auch die Basisstationen können nicht unendlich ohne Strom weiter arbeiten (es gibt aber Basisstationen mit Generatoren, die länger laufen).
Gleiches Problem haben ihre Sicherheitsdienste. Die Feuerwehr, die auch in NRW für den Rettungsdienst zuständig ist, wird auch über kurz oder lang massive Funkprobleme haben. Zwar sind deren Funkgeräte in den Fahrzeugen nicht stromabhängig, aber wer soll denen denn einen Notfall melden? Auch deren Relaisstationen (quasi Verstärker- bzw. Verteilanlagen für deren Funk) können nur so lange arbeiten, wie Strom oder Notstrom zur Verfügung steht. Und die Treibstoffversorgung könnte ein Problem werden. Die Feuerwachen haben Notstromanlagen, sodass deren Technik lange betriebsbereit sein kann. Aber die Telefonkommunikation wird es nur für einen kurzen Zeitraum geben.
Und für diejenigen, die der festen Meinung sind, dass der Strom bei uns nicht ausfallen kann, möchte ich nur an das Kreuzfahrschiff erinnern, dass seine Werft verlassen hat und auf der Ems Richtung Nordsee fuhr. Hier führte das „Freischalten“ einer Hochspannungsleitung zu einem heftigen Stromausfall in Europa. Bei uns nur etwa 30 Minuten, Portugal und Spanien hatten allerdings bald 2 Tage keinen Strom!
Oder aber das Erdbeben in Italien, bei dem Strom/Telefon/Internet über Monate nicht funktionsfähig waren. An die Schneekatastrophe im Münsterland vor wenigen Jahren denkt vielleicht der ein oder andere auch zurück. Ganz schlimm hatte es Schleswig-Holstein bei der Schneekatastrophe vor etwa 30 Jahren erwischt.

Allerdings gibt es auch noch weitere mögliche Ausfälle, auf die ich nicht weiter eingehen möchte. Verweisen jedoch möchte ich auf die einschlägigen Broschüren des Bundes bzw. der Bundesbehörden.

Rund um den Globus verteilt sind die behördlich geprüften Funkamateure dem Katastrophenschutz angegliedert, hier in Deutschland bis auf einige Ausnahmen nicht. Auch unser Nachbar Niederlande hat die Notwendigkeit erkannt und in den letzten Jahren diesen Schritt mit Gründung von DARES massiv unterstützt. Ein Weltumspannendes Funknetz mit eigenen umlaufenden Satelliten (selbstgebaut, seit den 60er Jahren, nicht geostationär) steht ebenfalls als Rückfall-Ebene zur Verfügung. Alle Katastrophen dieser Welt wurden zuerst durch Funkamateure verbreitet, denn die wohnen ja überall und sind aufgrund ihrer Ausbildung in der Lage, auch bei Stromausfall zu arbeiten. Ob der Tsunami oder im Januar 2010 Haiti, Funkamateure sind grundsätzlich schon da!
Wussten Sie, dass die Astronauten/Kosmonauten behördlich geprüfte Funkamateure sein müssen, bevor sie die Raumstationen besetzen?
Siehe hierzu auch „Youtube“ : Space Station Crew Uses HAM Radio to Call Earth
Oder dass es ein Schulprojekt gibt, bei dem an weiterführenden Schulen Funkverkehr mit der ISS gemacht wird? Dazu googeln mit ARISS
Oder dass es in NRW eine Anweisung des Kultusministeriums gibt, dass wir behördlich geprüften Funkamateure Physikunterricht an den weiterführenden Schulen als AG machen sollen? Nicht bekannt? Mhmmm. Das ist leider die Realität, ich werde versuchen, etwas Licht in ein aufregendes Hobby zu bringen.


Die Hauptakteure sind die behördlich geprüften Funkamateure, also diejenigen, die eine fachliche Prüfung ablegen mussten, bevor sie ein Funkgerät benutzen durften. Bitte nicht mit den frei benutzbaren Funkkanälen vergleichen! Hier handelt es sich um Funkamateure, die einem Welt-Gesetz entsprechen, denn die Funkwellen machen nicht vor der Grenze halt! Deshalb wird alles, was den Funkverkehr betrifft, durch eine übergeordnete Organisation geregelt. Die EU und anschließend die BRD müssen diese Gesetze und Regelungen dann umsetzen. Dieses gilt für den Funkverkehr auf allen Frequenzen, für die Schifffahrt, Luftfahrt, Betriebsfunk, Amateurfunk, freien Funk, Radio, TV,  also schlichtweg für alle Funkanwendungen! Dort ist übrigens bereits geregelt, dass der Funkamateur in Katastrophenfällen helfen muss.
Diese Funkamateure, die sich aus einer privaten Neigung mit dem Hobby des Funkens beschäftigen, haben nach Bestehen der Prüfung das Recht, eine Funkanlage entsprechend der gemachten Prüfung zu betreiben. In Deutschland gibt es über 70.000 davon! Jedoch hat der Gesetzgeber eine weitere Hemmschwelle eingebaut. Der Antennenstandort muss entsprechend der Gesetzgebung beschaffen sein. Die Herzschrittmacher-Grenzwerte dürfen nicht überschritten werden, auch muss die Abstrahlung von der Antenne so sein, dass Mensch und Tier nicht gefährdet werden dürfen. Dafür ist die entsprechende Berechnung an die deutsche Regulierungsbehörde einzuschicken und deren Antwort abzuwarten. Also wie alles völlig reglementiert. Aber zum Schutz der Menschen und Tiere! Aber leider nur gültig für die behördlich geprüften Funkamateure, die “Freien“ Funker bedürfen keiner Aufsicht und keiner Reglementierung, dürfen aber offiziell auch nur die freigegebenen Geräte verwenden und dürfen auch keinerlei Änderungen an den Geräten/Antennen vornehmen.
Leider sind aus Kostengründen viele Geräte der Unterhaltungsindustrie nicht mehr „einstrahlungsfest“, das heißt, dass sie eine Fehlfunktion bedingt durch z.B. Funkanwendungen haben. (Sie kennen das von Ihrem Handy und Autoradio, dieses prägnante Geräusch wenn sich das Handy einloggt). Es wird dann immer als erstes auf den „Funker“ in der Nachbarschaft geschimpft. Leider ohne näheres Wissen über die Situation. Sollten Sie diesen Fall haben oder kennen, bitte sprechen Sie mit diesem Funker. In der Regel ist der bei technischen Problemen sehr hilfsbereit und zumeist auch sehr bewandert! Wundern Sie sich nicht, wenn durch einen preiswerten Ferritfilter ihre Fernsehstörungen urplötzlich weg sind! (Bei fast allen PC-Monitoren Standard!). Auch haben die Ortsverbände oder die Distriktsverbände der organisierten Funkamateure einen so genannten „Entstörkoffer“, um übliche Störungen problemlos zu beseitigen. Also bitte miteinander sprechen, es hilft!!
Sollte das Gespräch ihrerseits nicht erwünscht sein, so wenden Sie sich bitte an die BNetzA, die zuständige Funküberwachung. Allerdings ist deren Einsatz für den „Schuldigen“ kostenpflichtig! Und sehr oft liegt der Fehler nicht beim Funkamateur! Wussten Sie, dass es eine bundesweite Vorschrift für Fernseh-Antennenkabel gibt? Und dass es sehr viele Bürger gibt, die trotz entsprechender Vorschrift den Kabelanschluss mit nicht zulässigem Antennenkabel machen? Und dass genau diese extrem häufig durch Funkdienste gestört werden? Also lieber miteinander sprechen, es könnte auch preiswerter sein!
Auch sind in vielen Firmen Funkamateure beschäftigt, die keinen erlernten Beruf im herkömmlichen Sinn haben. Als Beispiel ist das ehemalige Fernsehwerk in Krefeld (Philips) benannt, dort arbeiteten Funkamateure in der Entwicklungsabteilung für die Empfangsteile (Tuner). Oder aber Nokia hoch oben im Norden. Etwa 30% der dortigen Beschäftigten sind Funkamateure. Als Beispiel nenne ich hier noch Paket Radio, eine Betriebsart der Funkamateure seit Ende der 60er Jahre. Besser bekannt als GPRS beim Handy. So gibt es viele technische Anwendungen, die in unseren Reihen entwickelt wurden, am Hobbytisch! Auch unsere Satelliten sind nicht industriell entwickelt worden, sondern sie wurden privat entwickelt und gebaut. Als Beipack wurden sie mit Raketen in den Orbit gebracht.

Das größte Problem ist halt, Gleichgesinnte zu finden, mit denen man „klönen“ kann. Natürlich gibt es Fachzeitschriften, z.B. Funkamateur, Elektor, früher noch die Funkschau oder aber das cq-DL (nicht im Handel) sowie weitere Elektronikzeitschriften. Aber der persönliche Kontakt ist manchmal sehr wichtig. Dafür treffen wir uns in unseren Vereinsheimen, mittlerweile zumeist Gaststätten. Denn sogenannte Heime können sich fast keine Vereine mehr leisten. Darunter leidet natürlich auch die Jugendarbeit. Um dieses zu kompensieren, sind einige von uns an Schulen aktiv oder aber sie versuchen auf andere Art und Weise die Jugendlichen mit der Elektronik vertraut zu machen.



Notfunk-nrw.org basiert auf unseren NRW-Gesetzen und Verordnungen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Behörden im Notfall zu unterstützen und auch dem Bürger im Notfall eine zusätzliche Anlaufstelle zu geben. Das alles muss natürlich noch wachsen, insbesondere die gegenseitige Akzeptanz  der Beteiligten ist wichtig. Natürlich sind entsprechende Übungen und Absprachen erforderlich, aber bezogen auf unsere technische Ausbildung könnten wir den Feuerwehren insbesondere im Kommunikationsbereich mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Natürlich gibt es bundesweit weitere Notfunkeinheiten. Aber einige von Ihnen beachten nicht die spezielle Struktur hier in NRW, somit wird an den Behörden-Bedürfnissen vorbeigeplant. Anderen ist die Gesetzeslage für einen Feuerwehreinsatz nicht bekannt und sie kennen auch nicht die Wirkung der Dienstanweisung des IM aus dem Jahre 1982 für uns Funkamateure.
Somit ist ein spezielles Notfunksystem hier in NRW erforderlich, dass sowohl dem Bürger als auch den Feuerwehren/Rettungsdienst die größtmögliche Sicherheit und Flexibilität bietet.
Auch wir sind an Gesetze gebunden, die allerdings bei einem öffentlichen Notstand hinten angestellt werden dürfen/müssen, um entsprechend effizient zu sein.
Die Grundlagen dafür sind schon längst geschaffen, auch gibt es die ersten anerkannten Notfunker in NRW, die sich nach diesem System verhalten und auf eigene Kosten spezielle Gerätschaften angeschafft haben, um letztendlich den Bürgern ihres Landkreises zu helfen.

Sollten auch Sie Interesse an diesem unserem schönen Hobby haben, oder aber auch nur am Geocachen, oder Spaß an Elektronik haben, dann scheuen Sie nicht den Weg zu uns. Wir selbst sind kein Verein! Wir leben von den organisierten und auch nicht organisierten Funkamateuren, die im Notfall koordiniert Hilfe leisten wollen und sind teilweise in den Ortsverbänden vom VFDB (Verband der Funkamateure in Telekommunikation und Post e.V.) und DARC (Deutscher Amateur Radio Club) auch in Ihrer Nähe zu finden! Ansonsten suchen Sie bitte den Kontakt mit uns, wir helfen bei der Suche nach einem für Sie passenden Ortsverband.

D.Wege, behördlich geprüfter Funkamateur seit 1972, Fernsehtechniker, Elektromeister, Berufsfeuerwehrmann, Leitstellenbeamter, Rettungsassistent,
S6 – staatlich geprüfter Leiter einer Leitstelle im Katastrophenfall

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