Stromversorgung für Funkgeräte – So wird’s richtig gemacht!

Wurde früher einfach ein Kabel für die Stromversorgung von irgendeinem Dauerplusanschluss zum Funkgerät gelegt und der Minusanschluss mittels Ringöse von einer Blechschraube der Funkgerätehalterung genommen, so ist das heute grob fahrlässig und die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges würde erlöschen.
Die Kraftfahrzeuge und auch die Gesetzgebung haben sich seit den 90ern drastisch verändert.

Nur ein gravierendes Beispiel von vielen:
LF8 einer kleinen Gemeinde. Bei Alarmfahrten (nur da fiel es auf) konnte das Fahrzeug nicht mehr bremsen, wenn es über eine Induktionsschleife einer Ampelanlage fuhr. Wir kennen alle den Spruch: Nur Looser bremsen, vor allem bei Blaulichtfahrten. Aber insbesondere diese Alarmfahrten fordern von Gerät und Fahrer höchste Leistung  und absolut beste Beschaffenheit.
Zurück zum LF8. Der Hersteller kannte das Problem nicht, Versuche in der Werkstatt führten zu keinem Ergebnis. Mittlerweile stellte der Löschzug eigene Versuche an: Bremsen und einen Garagentoröffner betätigen: Bingo, die Bremse wurde gelöst. Und erst Recht die Handys hatten vollen Zugriff auf die Bremsanlage. 5000 Werkstattkilometer!!! führten zu keinem Ergebnis, ein Bosch-Dienst fand den Übeltäter: die Abschirmung eines ABS-Sensors an der Vorderachse war fehlerhaft!
Das ist der klassische Fall in der heutigen Zeit. Viele erinnern sich noch an die Probleme der 70/80er Jahre, als es eine Mobile Werkstatt eines Autoherstellers auf der Autobahn in der Nähe von Düsseldorf gab. Diese Werkstatt stand da etwa 2 Jahre und reparierte die Fahrzeuge, deren Elektronik durch einen großen Rundfunksender zerstört wurde. In der heutigen Zeit wäre das nicht mehr denkbar.
Bedingt durch das EMV-G und die Kraftfahrzeugrichtlinie (Bestandteil der STVZO) ist so ein Fall heute nicht mehr möglich. Die KFZ-Hersteller geben bei der Typprüfung vor, wie, wo und mit welchen Materialien ein Funkgerät (Handy) eingebaut werden darf. Werden diese Vorgaben nicht eingehalten, erlischt die Betriebserlaubnis, somit zumeist auch der Versicherungsschutz. Also alles ganz einfach geregelt – für die Hersteller. Wir haben also die Arschkarte gezogen!
Hier empfehle ich dringendst, das EMV-Handbuch der BOS im Netz zu suchen und alles diesbezüglich relevante zu verinnerlichen!
Der Radiosender in Jülich wird laufend von vielen KFZ-Herstellern besucht, die unter den Sendeantennen ihre Fahrzeuge Probe fahren und dort versuchen, Schwachstellen aufzudecken. Natürlich gibt es dafür auch Messkammern bei vielen Laboren, jedoch diese Leistung in Jülich ist schon recht beträchtlich!

Nun geht’s los, wir wollen eine Stromversorgung installieren!

Die Bedingungen des Kfz-Herstellers für die Verlegung der Stromversorgung liegen uns ja vor, gell?? Nein? – Aufhören!  Ja? – OK, da steht alles wissenswerte drin!
Denn wie bereits beschrieben, der Hersteller gibt vor......
Grundsätzliche Betrachtungen für eine Stromversorgung gemäß den meisten Herstellervorgaben werden wir trotzdem machen.
Als erstes wird der Fehlerspeicher des Fahrzeuges ausgelesen und zurückgesetzt!
Wir beginnen an der Fahrzeugbatterie. Stopp! Zuerst werden alle Türen des Fahrzeuges geschlossen, alles ausgeschaltet und dann die Batterie abgeklemmt!!!! Warum ist doch klar? Oder wollt ihr anschließend mit dem Auto zum Hersteller fahren und alle Geräte neu programmieren lassen? Nicht wirklich, oder? Alle heutigen Autos haben einen sogenannten CAN-Bus, und der ist stinkesauer, wenn z.B. die Scheiben unten sind, der Scheibenwischer läuft und dann die Batterie abgeklemmt wird. Macht es besser nicht, ich spreche aus leidvoller Erfahrung!
Ein Sicherungshalter wird in der unmittelbaren Nähe eingebaut – wenn nicht anders vorgeschrieben – und das Pluskabel wird mittels einer Leitung  auf diesen Sicherungshalter geführt. Die Absicherung sollte  6 Ampere (wenn nicht anders vorgegeben) betragen. Eine Zwillingslitze mit 2,5mm² Querschnitt wird an den Sicherungshalter und den ordnungsgemäßen Minusanschluss der Batterie angeklemmt. Dieses Kabel ist mit mindestens 6 Schlag / Meter Länge zu verdrillen! Diese Forderung stammt von einigen Kfz-Herstellern.

Mhhh. Zurück zu den 50ern. Der ein oder andere wird sich vielleicht noch an den Klingeldraht erinnern. Eine verdrillte Zwillingslitze! Warum? Auch damals oder gerade da wusste man von Einstrahlung auf Leitungen, die eine geringe Spannung führten.

Verdrillte Leitung, Störsignal von rechts kommend. Im Fall A zeitlich zuerst in Schwarz, dann in Rot. Im Fall B zuerst in Rot, dann in Schwarz. Die Störungen heben sich gegenzeitig fast auf!

Also das Kabel am besten in einem entsprechenden ölfesten und unbrennbarem Schutzschlauch zum Funkgerät legen. Dabei auf vorhandene Kabelbäume achten! Ein Paralleles verlegen  zu einem vorhandenen Kabel ist in der Regel nicht zulässig! Kreuzen ja, aber nicht parallel wegen möglicher Einstrahlung bzw. Induktion von Störsignalen!
Haben wir die entsprechenden Gesetze und auch die Vorschriften des Kfz-Herstellers berücksichtigt, dann können wir mit den entsprechenden Steckverbindungen das Funkgerät mit dem Spannungsanschluss verbinden. Es sei denn, wir haben jetzt 24 Volt und benötigen 12 Volt. Dann wird der Spannungsanschluss an den Spannungswandler angeschlossen.
Halt! Nicht jeder Spannungswandler ist für die Montage zulässig! Es gibt sogenannte Längsregler und Schaltregler. Bei den Längsreglern wird die Spannung mittels Transistoren auf die erforderliche Ausgangsspannung reduziert. Der Strom, der am Ausgang abgenommen wird, fließt durch den Leistungstransistor und erzeugt dort Wärme, da ja knapp die Hälfte der Spannung zu hoch ist. Deswegen haben diese Wandler einen großen Kühlkörper und werden teilweise auch recht warm. Somit wird bei diesem Gerät viel Leistung ( fast die Hälfte) in Wärme umgesetzt.
Die zweite Variante sind die Schaltregler. Sie sind erst seit etwa 25 Jahren auf dem Markt und greifen immer weiter um sich. Der Vorteil ist, dass nur eine geringe Verlustleistung entsteht. Sie sind extrem klein und brauchen auch nur kleine Kühlkörper. Die Funktion ist in etwa folgende: die ankommende Spannung wird quasi zu einem hochfrequenten Wechselstrom zerhackt, dann einem Transistor und Gleichrichter zugeführt. Nur die Leistung, die benötigt wird, wird auch verarbeitet. Allerdings entstehen durch das „zerhacken“ unerwünschte Aussendungen, die teilweise das Funkgerät oder das Kfz beeinflussen könnten. Hier ist also auf eine vernünftige Variante zurückzugreifen. Herstellervorgaben sind zu beachten!
Ist die Spannung also endlich dem Funkgerät angepasst, wird nach dem Spannungswandler ebenfalls eine Sicherung entsprechend den Herstellervorgaben angebracht und das Funkgerät entgültig ordnungsgemäß angeschlossen.

Bei einer Verwendung eines Funkgerätes im Haus sind natürlich auch entsprechende Gesetze zu beachten. Hier in erster Linie das EMV-G. 

Also ein stabilisiertes Netzgerät mit entsprechenden Leistungsreserven gekauft. Hier sollte man zwingend auf das CE-Zeichen (CE steht nicht für Chinese Ingeneering, wie Spötter behaupten) achten. Ganz toll wäre es auch, wenn das Gerät über einen eingebauten Netzfilter verfügt, der sowohl Störungen, die sich auf der Netzspannung befinden als auch Störungen, die wir erzeugen, eliminiert. Dieses Netzteil ist so zu montieren, dass eine gute Wärmezirkulation möglich ist aber eine umgekippte Wasserflasche keinen Schaden anrichten kann (ihr kennt die Hektik am Funktisch!). Da 12 Volt eigentlich immer für die Funktische verwendet wird, sollte man besser auf zwei Netzteile zurückgreifen, die im Notfall sofort gegenseitig die Funktion übernehmen können.
Hier unterstell ich, dass die Elektrik des Hauses entsprechend sicher ist, insbesondere super geerdet und mit Überspannungsableitern versehen ist!
Auch sollte die Funkantenne geerdet sein und ebenfalls über Überspannungsableiter verfügen!

 

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