Funkantenneneinbau fachgerecht gemacht

Die Grundlage, das allerwichtigste Bauteil für eine effektive Funkverbindung ist die Antenne. Für viele ein Bauteil, was eine untergeordnete Rolle spielt, für uns Fachleute das allerwichtigste Bauteil einer Hochfrequenzanlage. Unter uns staatlich geprüften Funkamateuren gibt es einen sehr treffenden Satz: „Der beste Hochfrequenzverstärker ist die Antenne, und sie ist auch durch nichts zu ersetzen“.  Jedoch muss ich diesen Spruch aufgrund leidvoller Erfahrungen  erweitern: Dazu gehört auch die Verbindung vom Gerät bis zur Antenne!

Zur Zeit benötigen wir für das 4m-Band eine Antenne, die sowohl im Unterband als auch im Oberband die größtmögliche Sendeleistung abstrahlt. Dafür gibt es sehr wenige Möglichkeiten. In der Regel fällt die Wahl auf eine Kathreinantenne (oder Procom oder oder) mit eingebauter Weiche im Unterteil der Antenne. Lediglich solch eine Antenne mit Weiche ist für 4m zulässig! Alle anderen Antennen sind viel billiger, sowohl preislich als auch technisch.

Gesetzlich bin ich gezwungen, im Unterband zu senden. Also etwa im Bereich von 75MHz. Gleiche ich meine Antenne (ohne Weiche) auf diese Frequenz ab, so habe ich dann auf diesem Kanal sowie einigen Nachbarkanälen eine optimale Einstellung mit sehr guter Sendeleistung. Muss jedoch dieses Fahrzeug, warum auch immer, von Kanal 469 auf 403 wechseln, so ist dort nur noch ein Bruchteil der Leistung vorhanden. Ganz böse wird’s, wenn auf den Marschfunkkanal 510 W/U gewechselt wird. Der liegt nämlich ganz am Frequenzende. Oder aber wegen Relaisausfalls oder extrem vieler Einsätze muss im Oberband (85MHz) gesendet werden!  Bedeutet: vielleicht noch 0,5Watt von ursprünglich 10Watt werden abgestrahlt, während unser Fahrzeug um Einweisung bittet! Tolle Leistung des Monteurs! Ein Übel-Täter!

Also wird ausschließlich die Antenne mit eingebauter Weiche verwendet und nach der Abgleichanleitung entsprechend abgeglichen, um eine größtmögliche Sendeleistung auf allen Kanälen im Unter-/ bzw. Oberband zu erreichen.

Zu allem Überfluss gibt’s auch noch Vorschriften, die den Einbau einer Antenne gesetzlich maßregeln: Richtlinien  74 / 483 / EWG,     74 / 488 / EWG,     2006 / 27 EG
Dieses gilt für PKW und dreirädrige Fahrzeuge.
Für LKW gilt der Grundsatz aus §30 C Abs. 1 STVZO: Am Umriss des Fahrzeugs dürfen keine Teile so hervorragen, dass sie den Verkehr mehr als unvermeidbar gefährden.
Bei den PKW gilt noch weiteres: Kein Teil darf über den Rand des Fahrzeuges (von oben gesehen) herausragen! Die Antenne muss mit einer unverlierbaren Kappe versehen sein, deren Krümmungsradius mindestens 2,5mm betragen!
Ist die Antenne mit allen Teilen oberhalb einer Höhe von 2m (z.B. VW-Bus Hochdach), so gelten deren Teile als nicht verkehrsgefährdend!
Hingegen endet die Antenne unterhalb dieser 2m Höhe, dann darf sie einen Abstand von 10cm vom Außenrand nicht erreichen! Dazu gehören nicht die Spiegel, nur Karosse!
Und noch mehr: der Antennenfuß darf eine maximale Höhe von 30mm haben! Ist allerdings nicht erforderlich, wenn der Fuß z.B. hinter dem Blaulicht montiert ist und somit keine Gefährdung vorhanden ist.
Sind die Antennen flexibel, dann OK. Sind sie starr, so zählen sie zur Fahrzeughöhe, die 4m nicht überschreiten darf.



Also Antenne aussuchen. Da wir das Maximum wollen und auch sicherstellen müssen, dass unser Fahrzeug mal mitten im Wald während eines heftigen Regens (ganz übel für eine Funkverbindung)  steht und auf dem Notrufkanal um Hilfe rufen muss, kommt also nur eine λ/4 Antenne in Frage. Die Gesamthöhe dieser Antenne beträgt etwa 110cm. (Wenn euch ein Bruchteil der Leistung reicht, dann nehmt die kurzen Wendelantennen, aber bitte: beschwert euch nicht)!! Zusätzlich trägt sie unten noch die bereits beschriebene Antennenweiche.

Die beschriebene Wendelantenne. Schön kurz, flexibel aber klaut die Sendeleistung !

Nachteile dieser Antenne: Verlust etwa 5dB. Klartext: aus 10 Watt Sendeleistung werden max. etwa 3 W abgestrahlt, bei sonst perfekter Installation.
Der optimale Montageort muss jetzt ermittelt werden. Bei einem PKW ist es vorrangig in der Dachmitte, danach mittig auf dem Kofferraumdeckel. Die Möglichkeiten der Montage sind zu checken, denn im Dach befinden sich Querstreben, die eine Montage teilweise vereiteln. Außerdem muss eine Möglichkeit des Zugangs zur Dachfläche geschaffen werden, teilweise helfen dabei Innenleuchten, die man zur Montage der Antenne hilfreich demontieren kann. Ansonsten muss leider der Himmel vom Rand her geöffnet werden. Jedoch sollte ein Abstand von mindestens 20 cm von Dachaufbauten (Blaulicht, Horn) eingehalten werden. Zu weiteren Funkantennen ist zwingend der Abstand von λ/2 einzuhalten!

Bei LKW wird auch wieder das Dach abgesucht nach einem geeigneten Antennenstandort. Hier liegen zum Teil noch Leiterteile auf dem Dach, Abstand dazu halten! Besonders schwierig ist der Antenneneinbau bei Drehleitern, hier ist nie ein Optimum erreichbar.
Auch hier gilt: λ/2 Abstand zu weiteren Funkantennen einhalten. Ebenso Abstand zu Blaulicht, Horn und weiteren Aufbauten!

Sollten Antennen für 4 und 2m eingebaut werden, ist aus mehreren Gründen eine Kombiantenne vorzuziehen.

Jedoch gelten hier weitere Vorschriften aus der Kraftfahrzeugrichtlinie und aus dem EMV-G!
Achtung! Spezielle Vorschriften bis hin zum Verbot bei einigen Kfz-Herstellern!


Das entsprechende Montageloch wird gebohrt, entgratet und mit Rostschutzmittel behandelt. Danach wird die Antenne gemäß der Anbauanleitung montiert. Der Masseanschluss wird durch die schrägstehenden Zähne erreicht, die sich durch den Lack ins Blech drücken. Ggf. Auflagefläche blank machen (je nach Anleitung).
Dann wird das Antennenkabel vorbereitet.
Da trennt sich wieder die Spreu vom Weizen. Denn es sollten mit Blick auf Tetra keine Kompromisse mehr begangen werden. Tetra liegt bei etwa 400MHz, da ist ein sehr gutes Koaxkabel erforderlich dass mindestens doppelt abgeschirmt ist.  In der Regel wird zur Zeit ein dünnes Koaxkabel verwendet: RG58. Ein Kabel aus frühen Jahren, eigentlich nicht sehr geeignet, jedoch im Auto aufgrund seines Durchmessers einfach zu verlegen. Jedoch sollte man, wenn man schon dieses Kabel verwenden will, Kabel nach der MIL-Spezifikation nehmen und nicht irgendeines vom „Laden“ um die Ecke.
Doppelte Abschirmung: ein Koaxkabel ist nie „dicht“. Die Funkfrequenzen kommen trotz allem aus dem Kabel raus. Bei einer doppelten Abschirmung wird tatsächlich wesentlich mehr Leistung zur Antenne transportiert als bei einem einfach abgeschirmten Kabel.
Trauriges Beispiel aus der alltäglichen Praxis: die Europäische Funküberwachung über dem Westen der BRD funktioniert nicht weil viele Hausbesitzer ihren Kabelanschluss nicht mit doppelt abgeschirmten Kabel ausgeführt haben. Ein weiteres Beispiel ist die Montage von DAU´s für die digitale Alarmierung: auch hier mussten viele Sender der Feuerwehr wieder demontiert werden, weil sie Störungen verursachten. Störungen bei den Anwendern mit dem einfach angeschirmten Kabel!

Hier nun drei „gute“ Koaxkabel. Alle drei haben eine doppelte Abschirmung. Einzelabschirmungen bitte nicht mehr verwenden! Gibt heftige Probleme bei Tetra!

Hier nun eine Übersichtstabelle verschiedener Kabel, links untereinander mit den verschiedenen Biegeradien sowie den Dämpfungen (Verluste) bei xxx Frequenz, alle Kabel für 50Ohm Wellenwiderstand. Je höher die Frequenz wird, umso höher werden die Verluste! Die Dämpfungswerte sind angegeben für eine Länge von 100 Metern!

TypDurch- messer in mmBiege- radius in mm Impe- danz Ohm 10 Mhz 14 Mhz 50Mhz etwa 8m Band 100 Mhz etwa 4m Band 144 Mhz etwa 2m Band 435 Mhz etwa Tetra 70cm
H 2000 FLEX 10,3 50 50 1,4 2,7 3,9 4,8 8,5
H 2000 FLEX Auch Halogenfrei mit gleichen elektrischen Eigenschaften
H 1001 10,3 50 50 1,5 3,3 4,7 5,5
ECOFLEX 15 14,6 70 50 0,9 2,0 2,8 3,4 6,1
AIRCOM PLUS 10,8 55 50 1,2 2,6 3,8 4,6 8,4
ECOFLEX 10 10,2 40 50 1,2 4,0 4,8 8,9
H 500 9,8 75 50 1,3 2,9 4,1 9,3
RG 213 U 10,3 55 50 2,2 4,4 6,2 7,9 14,8
AIRCELL 7,3 25 50 3,4 4,8 6,6 7,9 14,1
H 155 5,4 35 50 2,2 6,5 9,4 11,8 21
AIRCELL 5 5,0 50 8,3 11,3 23,4
RG 58 ALL 4,9 32 50 8,3 11,3 23,4

Kabelübersicht, geklaut, runtergeladen und verändert, von Kusch-Kabel Dortmund!

Jedoch bieten sich heutzutage Kabel mit wesentlich geringeren Dämpfungswerten, zusätzlich auch noch doppelt abgeschirmt, an. Hier empfiehlt sich das Aircell 7 oder H155. Diese Kabel gibt’s bei eurem Funkfachmann.
Oder aber beim großen Koaxkabellieferant, in der gewünschten Menge zu einem fairen Preis. Zusätzlich dazu die richtigen Stecker in guter Hochfrequenzqualität.
Dieses Kabel wird also mit dem entsprechenden Antennenanschluss verlötet bzw. mit erforderlichem Spezialwerkzeug gecrimpt. Dabei ist peinlichst darauf zu achten, dass sowohl die Seele des Kabels und das Abschirmgeflecht fachgerecht abisoliert, verlötet bzw. gecrimpt wird. Hier wird für Hochfrequenz gearbeitet! Nicht für Elektro! Ein schlampiges Verarbeiten führt zu reichlich Leistungsverlust bzw. Verlust der Sendeendstufe! Insbesondere bei Tetra werden viele Anlagen nicht funktionsfähig sein, da mittlerweile jedermann im Glauben ist, er könne an Hochfrequenzanlagen arbeiten! Also bitte mit dem nötigen Respekt und Ehrfurcht die Stecker verarbeiten. Nach dem Überprüfen des Kabelanschlusses (optisch und mit Ohmmeter) wird der Stecker an den Antennenanschluss aufgeschraubt. Das weitere Kabel wird durch die Karosserie zum Funkgerät geführt. Dabei ist es wichtig, dass das Koaxkabel nicht geknickt wird. Die Kabel haben sogenannte Biegeradien, die nicht unterschritten werden dürfen. Wird dieser Radius doch heftig unterschritten, so ist das Kabel auszutauschen! Wie gesagt, hier ist kein Spielplatz für Möchtegernelektriker, hier ist der Arbeitsplatz der Hochfrequenztechniker! (Nicht ohne Grund auch Feinstmechaniker genannt). Meine Worte werdet ihr erst verstehen, wenn man euch ein Tetra-Gerät eingebaut hat und ihr mitten in der Stadt nachts niemanden erreichen könnt. Auch darf das Kabel nicht platt gedrückt werden, gleicher Effekt.
Und... bei einigen Kfz-Herstellern ist es verboten, das Antennenkabel parallel zu vorhandenen Kabeln des Fahrzeuges zu verlegen. Gefahr der Störsignaleinspeisung.

Also einen passenden Koaxstecker für das Funkgerät und das Kabel angeschlossen. Doch auch hier wieder: Achtung! Aus Gründen der Praktizierbarkeit wurde in den 30er Jahren der UHF-Stecker erfunden (UHF steht für Ultra Hohe Frequenz, damals etwa 50MHz). In den 50ern stand UHF bereits für 470 – 850MHz).
Ursprünglich ein Bananenstecker, wurde er so bearbeitet, bis er zu einem Koaxialen Stecker mit einem Wellenwiderstand von (gelegentlich) 50 Ohm wurde. Aber: der Wellenwiderstand ist bei diesem Stecker bezogen auf unterschiedliche Frequenzen völlig unterschiedlich. Ganz ehrlich? Für BOS ein Schrottteil, da ausschließlich im Kurzwellenfunk verwendbar. Hängt man diesen Stecker an entsprechende Messgeräte und hat auch noch das Fachwissen dazu, dann....  Unverständlich, dass dieser Stecker damals für BOS zugelassen wurde.
Aber wir müssen noch (bis Tetra) damit leben. Dann verschwindet er bei BOS endlich in die Jagdgründe.

Insbesondere diesen Stecker gibt es für unter 1:-€ zu kaufen. Finger weg davon! Aus den 10Watt Sendeleistung im 4Meter BOS-Band werden nur durch die Verwendung diesen Steckers ca. 7 Watt gemacht! Bei dem 2-Meter BOS-Band ist es noch weniger! Für Tetra wäre er eine Unverschämtheit

Also bitte bei einem echten Fachmann oder der besagten Kabelfirma aus Dortmund die besseren Stecker gekauft! Wie man sieht, mechanisch perfekte Ausführung! Sehr gute Montagemöglichkeit. Trotzdem ein mieser Stecker für BOS!


Aber auch hier gilt wieder: das Kabel muss an diesen Stecker ordnungsgemäß angeschlossen werden. Das heißt Reduzierhülse fürs passende Kabel, Innenleiter vorne voll verlöten und das Abschirmgeflecht muss rundum vollflächig (nicht nur ein paar Drähtchen!) anliegen und verlötet werden. Achtung: Die Low-Cost-Stecker haben ein Plastikinnenleben und keine Teflonisolierung!! Das schmilzt beim löten!
Aber bei dem besseren Stecker wird das Kabel lediglich nach der Montage verschraubt. Die Anleitung gibt’s bebildert im Netz.
Allerdings gibt es auch gecrimpte Kabel. Die Montage ist angenehm einfach, jedoch kann man auch hierbei viel falsch machen.
Trotz alledem nochmals der Hinweis: es handelt sich um einen der miesesten HF-Stecker! Lediglich für LW, MW und Kurzwelle entwickelt findet er immer noch Anwendung im UKW und höheren Frequenzbereich. Auch eine mechanisch sehr gute Ausführung, ggf. auch noch versilbert macht aus diesem Übel keinen guten Stecker! Lediglich die Verluste werden durch gute Stecker verringert!

Links: Crimpwerkzeug für die meisten Anwendungsfälle im BOS-Bereich
Rechts: Gecrimptes Kabel, Stecker verschiedener Normen, unten der „miese UHF-Stecker“

Hier ein verlöteter UHF-Stecker eines ernannten Funkfachmanns einer Berufsfeuerwehr.
Keinen passenden Stecker verwendet! Kalte Lötstelle! Hochfrequenz wird bereits vor dem Stecker abgestrahlt! (Was braucht Ihr Auto vier Räder? Fährt doch auch mit dreien einwandfrei)!  Wundern tuts die Wehr nicht, dass die Reichweite eines 2m-HFG´s mit einer Außenantenne und 5Watt Sendeleistung immerhin ca. 300m beträgt! Es werden immer neuere andere Gründe zum Scheitern gesucht! Da fehlen einem nicht nur die Worte! Denn das ist nicht mehr fahrlässig, dass ist bereits vorsätzlich!
Hier ist der Gesetzgeber, die Landesfeuerwehrschulen und der Feuerwehrverband gefragt, denn Funk gehört wie Atemschutz nicht in Laienhände!

Und weil es so deprimierend ist: noch ein Glanzstück einer Dienststelle:

Hier sind 4 Stück UHF-Buchsen verarbeitet worden. Die Abschirmung ist  etwa 3 cm vom Innenleiter  entfernt worden. Bei Tetra wurde so schon ein schönes Stück Antenne gebaut! Hier werden aufgrund der UHF-Stecker und –Buchsen etwa schon 40% der Leistung (bei 2m) vernichtet. Durch den unqualifizierten stümperhaften Anschluss (wenn so, dann mit Kabelkupplungen!!!) etwa 30 weitere Prozent. Würde man diese Konstruktion für Tetra verwenden, kommt vielleicht noch 10% der ursprünglichen Leistung zur Antenne!

Stecker mit dem Ohmmeter überprüfen und ans Funkgerät anschließen. Vorher sind jedoch zur mechanischen Stabilisierung selbstklebende Schrumpfschläuche aufzubringen, über das Kabel und auch den Stecker. Als Zugentlastung und zur mechanischen Stabilisierung.

Drei Koaxstecker mit selbstklebendem Schrumfschlauch für die mechanische Stabilität überzogen. Besonders gut kann man den Unterschied zwischen einem guten und zwei schlechten Steckern sehen. Links der Gute: in der Mitte der Pin und das geschlitze Rohr, das zusammen mit dem Pin die 50 Ohm garantieren! Rechts die beiden UHF Stecker (Bananenstecker). Einwandfrei verlötet.  Der Wellenwiderstand wird durch den Innenpin und den Überwurfring gebildet. Sch.....

Jetzt ist die Antenne mit dem Funkgerät verbunden. Es erfolgt ausschließlich ein Empfangstest. Ist der erfolgreich, dann muss das Fahrzeug auf eine freie Fläche gestellt werden, also nicht in der Fahrzeughalle oder direkt neben einem Gebäude.

Hier im Bild drei verschiedene Stehwellenmessgeräte. Die beiden linken darf man einfach nicht bei BOS finden! Das untere rechte ist für den kurzfristigen Gebrauch verwendbar!

Links: Schockierend! Eine Messbrücke als Leiterbahn ausgeführt! Keinerlei Abschirmung. Und so etwas “Strahlendes“  lassen manche „Hobbyfunker“ permanent in der Antennenzuleitung eingeschliffen, um die Stehwelle der Antenne zu checken! Die Nachbarn freuen sich wegen der Störungen!
Rechts: Eine Messbrücke aufgebaut in einem U-Winkel. Mechanisch ordentliche Ausführung, ist aber auch für Dauerbetrieb nicht wirklich geeignet.

Stehwellenmessgeräte/Leistungsmessgeräte der guten Art! Oben ein Bausatz von KW-3GHz mit abgesetztem vollgeschirmten Koppler, darunter ein Rohde und Schwarz Gerät von 25-500MHz sowie drei Motorola mit austauschbaren Messköpfen. Alle drei Geräte haben eins gemeinsam: sie sind Hochfrequenzdicht und für den Dauerbetrieb geeignet. Bis auf den Selbstbau sind alle zur tatsächlichen Leistungsmessung geeignet.

Hier die völlig gekapselten Richtkopplerelemente eines kommerziellen Anbieters. Auffällig die Frequenzabstufung, denn nur so lässt sich halbwegs genau die Leistung messen. Oder mit technisch aufwendigeren Geräten so wie das R&S-Gerät, da findet eine Frequenzgangkompensation statt.

Ein vernünftiges Stehwellenmessgerät, passend für den Frequenzbereich (nicht für CB, das ist  zu entsorgen), am besten mit Kreuzzeiger, ist zwischen das Funkgerät und dem Antennenkabel mittels einem weiteren Messkabel einzuschleifen. Die Sendetaste ist kurzzeitig zu drücken. Die vorlaufende Leistung wird auf Maximumwert gebracht, dann der Reflexionsfaktor abgelesen. Solange alles um maximal 3 ist, können wir weitermachen. Die Abgleichanleitung der Antenne findet jetzt Anwendung. Nach dieser Anleitung, nur nach dieser, wird die Antenne auf Reflexionsminimum abgeglichen. 1 : 1-1,6 sind als Reflexionsfaktoren realistisch, bei den Drehleitern wird’s sehr kritisch. Da ist zumeist 1 : 2-3 erreichbar, eigentlich ein nicht akzeptabler Wert, aber nicht anders zu bewerkstelligen. Haben wir alle Maßnahmen zum Abgleich der Antenne ergriffen und auch die

Kathrein-BOS-Antenne, in diesem Fall für 2 + 4 Meter mit den Kunststoffdeckeln für die Abgleichkondensatoren.

Abgleichkondensatoren in der Antenne mit dem erforderlichen Spezialwerkzeug abgeglichen, unsere Sendeendstufe also noch heile und die Stehwelle auf allen Funkkanälen im guten Bereich ist, dann verschließen wir den Antennenfuß, entfernen das Messgerät, ziehen alle Antennenstecker ordentlich fest und verschließen das Dach.
Fertig!

Hier ein sehr guter Abgleichstift für die Abgleichkondensatoren aus Keramik. Teurer als die Kunststoffvarianten, aber auch langlebiger, wenn er nicht fällt!

Stehwelle, Reflexion, SWR, was ist das?
Funkgeräte haben einen Nennausgangswiderstand von 50 Ohm, im Gegensatz zu TV-Kram, der hat 75 Ohm.
Dieser Wellenwiderstand ist nicht mit einem Ohmmeter messbar. Er resultiert aus der Frequenz sowie der Induktivität und Kapazität des Kabels. Mit speziellen Messgeräten darstellbar bzw. messbar.
Schließt man ein Funkgerät mit einem 50 Ohm Antennenkabel an eine Antenne an, so wäre es toll, wenn alles klappt. Kann aber nicht beim Fahrzeugeinbau. Denn jede Funkantenne braucht ein sogenanntes „Gegengewicht“ also z.B. die Dachfläche. Dadurch ändert sich das Verhalten der Antenne. Der „Fußpunkt“ der Antenne verschiebt sich. Sie hat nicht mehr 50 Ohm. Durch den Abgleich mittels einem Stehwellenmessgerät (SWR-Meter, Reflexionsmessbrücke u.a.) erreicht man eine optimale Funktion der Antenne. Laien messen direkt nach dem Funkgerät, Fachleute messen auch direkt an der Antenne. Das hat auch einen wichtigen Grund, denn durch Knicke oder plattgedrücktes Kabel ändert sich der Wellenwiderstand des Kabels! Aber ich will eine optimale Abstrahlung an der Antenne erreichen, nicht am Kabel!
Und folgendes passiert: das Funkgerät sendet eine Leistung von 10 Watt Richtung Antenne. Durch mangelhafte Stecker und eine nicht abgeglichene Antenne ist eine Leistungsanpassung nicht möglich, durch Reflexionen werden z.B. 5 Watt Leistung reflektiert und wieder zum Sender zurückgeschickt. Der will das aber gar nicht und kann nur eins machen: diese zurückkommende Leistung in Wärme umsetzen – verbraten. Dabei stirbt unter Umständen die Sendeendstufe den Wärmetod. Zusätzlich werden aber nur 5 Watt Leistung abgestrahlt! Also die Hälfte an Verlust! Und: durch diese „Fehlanpassung“ können unerwünschte Aussendungen entstehen, die dann z.B. keinerlei Funkverkehr im 2m-Band mehr zulassen oder aber die Nachbarschaft heftigst stört! (EMV-G nicht eingehalten, wird teuer).
(Oberwellen, Nebenwellen, Störstrahlung, Mantelwellen, Stehende Wellen, um einiges an Schlechtem zu erwähnen).

Upps, stehende Wellen!! Was seltenes aber bösartiges! Hatte ich bisher ein einziges Mal vor vielen Jahren. Entsteht, wenn das Kabel genau ein Vielfaches oder teilbares der Wellenlänge lang ist. Beispiel: Ihr arbeitet auf Kanal 444 (85,955MHz) entsprechend einer Wellenlänge von 3,4902 Meter. Sollte euer Antennenkabel genau so lang sein (oder das doppelte oder vielfaches davon) besteht die Möglichkeit, dass ihr keinen Empfang habt! Ausschließlich auf diesem Kanal. Dann habt ihr eine „stehende Welle erwischt“! (Den Verkürzungsfaktor des Kabels habe ich bewusst außer Betracht gelassen)!

Hier noch eine Tabelle, welche rückfließende Leistung welche Stehwelle hat:

Und auch noch mal die Wellenlänge erklärt, wobei das bei dem Funksprecherlehrgang nach der DV 810 bereits gemacht wurde:
Die Wellenlänge ist ein „mechanischer“ Wert einer Frequenz (also die tatsächliche Länge eine Sinusdurchganges einer Frequenz). Jede Frequenz kann man somit auch als Wellenlänge ausdrücken. 4m-Band entspricht einer Frequenz von etwa 75 MHz, das 2 m-Band einer Frequenz von etwa 150 MHz. Vielen Älteren wird auch noch das 49m -Band bekannt sein, der Rundfunkbereich bei etwa 6 MHz im Kurzwellenbereich.
Das Ausrechnen ist recht einfach. Grundvoraussetzung ist die Lichtgeschwindigkeit von 300.000km/s.
Der Einfachheit halber rechnen wir aber nur mit 300 geteilt durch Frequenz (MHz) = Wellenlänge in Meter. Wäre als Beispiel für den Sender WDR2 auf 99,2 MHz eine Wellenlänge von fast genau 3m. Davon ¼ der Wellenlänge, also λ/4 entspricht dann etwa 75cm, der ungefähren Länge von Autoradioantennen.
So werden letztendlich alle Antennen berechnet, die Antennenlänge muss in einem bestimmten Verhältnis zur Frequenz stehen. λ/4-Antennen haben sich in fast allen Anwendungen durchgesetzt , λ/5/8 sind Antennen, die auch noch Gewinn machen, für BOS leider nicht zugelassen.
Wendelantennen sollten nur dort benutzt werden, wo eine große Reichweite nicht gewünscht ist, also zum Beispiel unsere Handfunksprechgeräte. Allerdings ist es problemlos möglich, mit den gleichen Geräten Entfernungen bis zu 30km zu erreichen durch Austausch der Antenne.

 

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Fachfirma für Antennenkabel Dortmund