Erdung von Stromgeneratoren

Bis etwa 1987 mussten leider die tragbaren Stromgeneratoren grundsätzlich geerdet werden. Das führte jedoch dazu, das beim geringsten technischen Problem ein Auslösen der Schutzeinrichtungen möglich war. Viel schwerwiegender war der enorme Zeitverlust, der durch die Erdung auftrat. Dieser Zeitverlust ist nicht zu rechtfertigen, wenn es sich darum handelt, eine eingeklemmte Person mit Schere/Spreizer zu befreien. Kein Richter der Welt würde uns freisprechen, wenn z.B. auf einem großen geteerten Parkplatz der Schere/Spreizer-Einsatz verzögert würde, nur um eine Erdung durchzuführen.
Unter anderem waren das meine Beweggründe, an der Norm mitzuarbeiten. Das Ergebnis aus Sicht der Einsatzkräfte konnte sich sehen lassen! Denn grundsätzlich wird bei einem völlig normalen Feuerwehreinsatz nicht mehr geerdet. Allerdings bei einer Einspeisung in bestehende elektrische Anlagen sowie bei Gefahrguteinsätzen ist die Erdung für uns Einsatzkräfte - aber auch für alle anderen – lebensnotwendig!
Ich möchte hier versuchen, die Grundlagen über die Erdung näher zu bringen.
Allerdings ist es sehr schwer, für Laien ein Gefühl für den richtigen Umgang zu vermitteln, wenn durch Fachleute jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Deshalb meine Bitte: das Ergebnis zählt, nicht die Zwischenwerte!

Grundsätzlich ist ein Stromerzeuger, Stromgenerator, Notstromaggregat oder wie auch immer bei den verschiedenen Behörden genannt, ein hilfreiches, extrem sicheres Gerät.
Betrachtet man den Strom aus der Steckdose im Haus, so besteht immer die Gefahr, dass ich eine „gewischt“ bekomme, wenn ich den richtigen Anschluss der Steckdose mittels einem Nagel berühre. Dieses kann man jedoch durch entsprechende Schutzmassnahmen in der Hauselektrik auf ein fast ungefährliches Maß reduzieren.
Hat man jedoch keinerlei Schutzmaßnahmen eingebaut, könnte dieser Versuch tödlich enden!
Der Grund ist technisch begründet. Durch die Art der Anlieferung des Stromes besteht eine Verkopplung zwischen dem angelieferten Strom und dem Erdreich. Dieses wird durch die Erdung weiter verstärkt. Somit ist das Berühren der Stromleitungen mit großer Gefahr für uns verbunden!
In den Werkstätten wird zum Eigenschutz des Monteurs ein sogenannter Schutztrenntrafo verwendet. Dadurch wird die zwangsweise Verkopplung des Stromnetzes mit dem Erdreich, also auch dem Fußboden, aufgehoben. Somit ist in diesem Fall ein Berühren eines der beiden Leiter absolut problemlos möglich! Jedoch darf an einen Trenntransformator nur ein einziges Gerät angeschlossen werden!  Sonst ist der Schutz nicht mehr gewährleistet. Allerdings gilt auch hier: bitte nicht ausprobieren! Und das gleichzeitige Anfassen beider Anschlüsse könnte auch bei dem Trenntransformator euer Ende bedeuten! Übrigens darf die Steckdose, die an einem Trenntrafo montiert ist, keinen Schutzleiteranschluss haben!
Beim tragbaren (oder fest im Fahrzeug eingebauten) Stromerzeuger entsteht ein eigenes Stromsystem, dass keinerlei Verbindung zur Erde hat! Es entspricht der Schutzmassnahme Trenntrafo. Uppps, Fachleute: bitte nicht auf mich schießen! Diese Aussage ist zutreffend, solange lediglich ein Verbraucher ohne Erdklemme angeschlossen ist!

Jetzt muss ich einen kleinen Schlenker machen. Aufgrund verschiedener Vorschriften sind wir gezwungen, alle unsere elektrischen Geräte einer regelmäßigen technischen Überprüfung zu unterziehen. Je nach Vorschrift und Geräteverwendung sind die Prüfabstände verschieden lang. Dafür wurden einige Kollegen bei Euch geschult und mit entsprechendem Messgerät ausgestattet. Somit ist also die Unversehrtheit mit Protokoll laufend bestätigt. Hinzu kommt nach jedem Einsatz eine Sichtprüfung der Gerätschaften auf einwandfreie Beschaffenheit, die durch die Mannschaft nach jeder Benutzung durchgeführt werden muss. Oder aber durch den Gerätewart, je nach dienstlicher Einteilung.
Somit kann also davon ausgegangen werden, dass unsere elektrischen Gerätschaften in einem verdammt guten Zustand sind!
Allerdings nur, wenn auch tatsächlich die Vorschriften eingehalten werden, und dass liegt in Eurem Interesse!

Hier einer der besten Erdungsspieße, die ich bisher gesehen habe! Schön lang, konisch zulaufend somit hoher Anpressdruck, vorne eine Bohrschnecke, Körper zur Bewässerung gelocht und der Holzgriff wird im Erdspieß aufbewahrt! Stammt aus dem Katastrophenschutz von den FMIuK`lern. Einfach genial perfekt!

Jetzt zurück zu unserem Stromerzeuger. Wir gehen davon aus, dass die angeschlossenen Geräte den gesetzlichen Vorschriften entsprechend geprüft wurden und somit absolut intakt sind. Angeschlossen werden als Beispiel drei 1000Watt Scheinwerfer, verteilt auf drei Stative. Zusätzlich das Hydraulikaggregat für Schere/Spreizer.
Wir gehen davon aus, dass – entsprechend der Norm – der Stromgenerator nicht geerdet wurde.
Der Betrieb würde also absolut störungsfrei verlaufen.
Durch einen dummen Umstand fällt ein herausgetrenntes Blechteil des verunfallten PKW auf das Stromkabel eines Scheinwerfers und beschädigt es so, dass eine Stromführende Ader im nassen Gras liegt. Das bedeutet, dass rings um diese Stelle eine Art Spannungstrichter entsteht (entstehen könnte). Allerdings hat diese Spannung keinerlei Gegenpotential, so dass absolut nichts passieren kann!  Somit ist auch in diesem Schadensfall keine Gefahr für uns bzw. die Einsatzstelle vorhanden. Wäre der Stromgenerator jedoch geerdet, könnte eine Sicherheitsschaltung den weiteren Betrieb beenden. Oder aber bei Durchschreiten des Spannungstrichters zum Schaden des Kollegen führen.

Erdung

Die Erdung ist ordnungsgemäß durchzuführen. Dazu ist ein Erdspieß in den Erdboden zu treiben. Die besten Erdspieße sind die alten gelochten Erdbohrer des Katastrophenschutzes. Sie haben nicht nur eine ordentliche Länge, sondern sind aufgrund der Öffnungen nach Montage mit Wasser zu befüllen. Das ausströmende Wasser befeuchtet das Erdreich und verringert somit den Widerstand zwischen Erdung und Erdreich erheblich. Somit wird die Wahrscheinlichkeit einer ordnungsgemäßen Wirkung drastisch erhöht! Denkbar ungeeignet ist z.B. Sand als Boden. Da wird eine Erdung recht unsicher.

Hier eine Erdungsklemme der Superlative! Kommt aus dem Industriebereich. Ist nicht billig aber schützt unser Leben! Da kann nichts teuer genug sein!

Hier in den Einzelteilen: Kugelbolzen und Zange. In der Zange sehr gut die Rillen zu erkennen, die sich in die Erdungskugel pressen. Aber passen auch hervorragend an Leitplanken! Durch die Riffelung und den enormen Anpressdruck, der erreichbar ist, hält diese Erdungsklemme fast überall! Öffnungsweite knapp 30mm!

Geerdet werden muss bei folgenden Einsatzfällen:
Einspeisung in eine feste Installation, z.B. in die vorhandene Elektrik eines Kuhstalles. Hier ist eine gute Erdung zwingend vorgeschrieben, jedoch muss der Anschluss durch eine Elektrofachkraft gemacht werden, wenn nicht bereits eine externe Einspeisung mittels Steckern vorgesehen ist!
Zuerst wird die Erdung durchgeführt, dann der Generator gestartet und erst dann der Strom zu den Verbrauchern aufgeschaltet! Denn ein Generator unter Last springt recht schlecht an.
Und .... wenn ein Fehler in der Elektrik des Kuhstalles vorliegt... ihr seid ja mit einem Feuerwehrauto da!

Der nächste Fall ist der Gefahrstoffeinsatz. Hier ist ein Generator, der aktiv am Einsatzgeschehen teilnimmt unbedingt zu erden! Denn hier gibt es als weitere Gefahr die statische Aufladung und die sich daraus ergebenden Probleme. Und grade GSG-Einsätze verlangen ein präzises sicheres Vorgehen!
Auch hier gilt wieder die gleiche Reihenfolge, Erden, Starten Freischalten! Auf die Windrichtung achten, immer außerhalb des Gefahrenbereiches aufstellen. Pumpen, die einen externen Erdanschluss haben auch entsprechend erden. Aber immer nur einen zentralen Erdungspunkt für alles verwenden, da es sonst Ausgleichsströme zwischen den Erdpunkten geben könnte. Nicht wegen irgendwelcher Defekte, (die können bei unseren Vorschriften fast nicht auftreten) sondern wegen der statischen Spannungen, die beim Umfüllen von Flüssigkeiten auftreten werden, muss geerdet werden!
Generatoren, die nicht am Einsatzgeschehen teilnehmen wie z.B. der abseits stehende Beleuchtungsanhänger, brauchen nicht geerdet zu werden. Einsatzleitfahrzeuge/-container müssen aufgrund der eingebauten Überspannungsableitungen grundsätzlich geerdet werden.

Wer sich ernsthaft mit der Erdung beschäftigt, sollte auch mit den Straßenmeistereien sprechen. Die Leitplanken sind in bestimmten Abständen geerdet! Allerdings ist bei Überführungen von elektrifizierten Eisen/Straßenbahnen die Erdung dort teilweise anders ausgeführt als auf der Strecke. Bitte die Eigenarten der Straßenmeistereien für das eigene Einsatzgebiet abklären. Denn dann könnte man mittels einer guten Klemmschraubzwinge die Leitplanke als Erdanschluss heranziehen.

 

Werbung

Firma Kabel-Kusch
Fachfirma für Antennenkabel Dortmund